DIE ZUTATEN DES

GLÜCKS

Pierre (links) zusammen mit seinen Alumni-Kollegen vom PATRIZIA Vocational Training Center Ntarama, Brigitte und Peter

Erfolg und Glück sind für die allermeisten gleichbedeutend mit materiellem Wohlstand – ein gut gefülltes Bankkonto oder Wohneigentum. Das ist auch bei Pierre, der im PATRIZIA Vocational Training Center in Ntarama, Ruanda, ausgebildet wurde, nicht viel anders. Zu einem wirklich erfüllten Leben gehört für ihn allerdings schon noch ein bisschen mehr: Die Mitbürger seiner Gemeinde zu unterstützen beispielsweise, oder dabei zu helfen, sein Land in eine bessere Zukunft zu führen.

Leicht war Pierres Kindheit nicht, auch wenn man ihm das heute nicht mehr ansieht. Allerdings blickt wohl kaum ein Kind, das in Ruanda geboren und aufgewachsen ist, auf eine sorgenfreie Kindheit zurück. Ein paar Habseligkeiten und eine minimale schulische Ausbildung waren das Höchste, wovon man als Kind träumen konnte. Die meisten ruandischen Kinder gehen sechs Jahre lang auf eine Art Grundschule. Im besten Fall folgen anschließend drei weitere Jahre in der Sekundarstufe I. Danach ist die Zeit des schulischen Lernens vorbei. Trotzdem gilt Ruandas Schulsystem nach afrikanischen Maßstäben als vorbildlich, denn immerhin beginnen heute inzwischen 98 Prozent aller ruandischen Kinder eine solche Schulausbildung.

Zu Pierres Zeiten war es für Kinder noch etwas Besonderes, überhaupt an einer Schule aufgenommen zu werden. Richtig aufwärts aber ging es für den jungen Mann erst, als die PATRIZIA Children Foundation 2008 neben dem Nelson Mandela Education Center ein Schülerwohnheim errichten ließ, das Mandela-Berufsschulzentrum. Dieses bietet Jugendlichen zahlreiche Ausbildungen für technische und handwerkliche Berufe an. 2012 machte Pierre hier seinen Abschluss als Baumeister – und startete danach eine Karriere als selbstständiger Bauunternehmer.

Viel lernen und gut schlafen

Ende 2019 reiste Jowita Fuchshofer, Senior Manager Donor Relations bei der PATRIZIA Children Foundation, nach Ruanda, um sich mit lokalen Partnern auszutauschen. Bei ihrem Besuch lernte sie auch Pierre kennen.

Aktuell werden in der staatlichen Schule in Ntarama 168 Schüler zu Maurern, Elektrikern, Metallarbeitern, Friseuren und Schneidern ausgebildet. Nach drei Jahren Schulbesuch wechseln die jungen Leute entweder direkt in ihren gewählten Beruf oder bilden sich durch ein Studium weiter.

Auch Pierre besuchte diese Schule. Sein Zuhause während dieser Zeit war ein von der PATRIZIA Children Foun­dation errichtetes Wohnheim, das Platz für insgesamt rund 150 Schüler bot. „Wer gut schläft, der kann auch gut lernen“, meint dazu Pierre mit einem Lächeln.

Auch wenn bei seiner Ausbildung einige Stolpersteine im Weg lagen, wurden diese Lehrjahre prägend für sein ganzes Leben. „Zugegeben, es gab harte Zeiten für mich an der Schule. Manchmal konnte ich mir noch nicht einmal die Gebühren leisten. Mir half jedoch einer meiner Lehrer aus der Patsche – dafür bin ich ihm für den Rest meines Lebens dankbar.“

Ohne das von der PATRIZIA Children Foundation gebaute Schulzentrum direkt neben dem Vocational Training Center hätten zahlreiche Schüler keine Chance mehr auf eine angemessene Schulausbildung.

Ausbildung als Grundlage

Nach erfolgreichem Abschluss arbeitete Pierre zunächst für eine Reihe von Firmen, bis er 2015 seine eigene Baufirma gründete. Heute mit 34 Jahren ist er erfolgreicher Unternehmer, besitzt ein eigenes Haus und Auto – und ist stolzer Vater.

Stolz macht Pierre aber – wie viele seiner Landsleute – noch etwas. Etwas, das in anderen Kulturen undenkbar wäre: Er zahlt gerne seine Einkommensteuern. Seiner Überzeugung nach geht es in seinem Land wirtschaftlich nur aufwärts, wenn sich auch der Staat dem Thema Bildung annimmt und alle Profiteure dem Staat später etwas zurückgeben.

Pierre weiß zudem, wie wichtig Kinder für ein Land sind: „Mein Schulbesuch war der Grundstein für das Leben, das ich heute führen darf. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig Bildung ist. Deshalb unterstütze ich Kinder, damit sie ihre Schule erfolgreich abschließen können.“

Jowita Fuchshofer, Senior Manager Donor Relations bei der PATRIZIA Children Foundation, verteilt bei ihrem Besuch Trikots des Stiftungsbotschafters und Fußballweltmeisters Mario Götze.

Netzwerken ist das A und O

Ein afrikanisches Sprichwort lautet: „Je kleiner eine Eidechse ist, desto größer ist ihr Wunsch, eines Tages ein Krokodil zu werden.“ Und so träumt Pierre davon, einmal ein größeres Unternehmen zu leiten. Aus persönlichem Ehrgeiz, aber auch, um eines Tages in der Lage zu sein, anderen noch besser zu helfen. Jowita Fuchshofer kennt Pierres „Krokodiltraum“. Sie traut ihm zu, dass er irgendwann zahlreiche Häuser für andere Menschen in seinem Land errichten wird.

Neben seinem Job ist Pierre engagiertes Mitglied eines lokalen Alumni-Netzwerks seiner alten Schule. Hier werden neue Konzepte entwickelt, unter anderem mit dem Ziel, Arbeitsplätze in Ntarama zu schaffen. Dabei macht es Pierre sichtlich Freude, sein Wissen und seine Erfahrung mit anderen zu teilen.

Schneider und Friseur – zwei von fünf Berufswegen, die Schülern im Rahmen des PATRIZIA Ausbildungsprogramms in Ntarama angeboten werden.

Ein Beispiel von vielen

Pierres Geschichte ist eine von vielen überall auf der Welt, hinter der die Arbeit der PATRIZIA Children Foun­dation steht. Je nach Land unterscheiden sich die Voraus- setzungen und Bedingungen, aber eines ist überall gleich: die hohe Bedeutung des Faktors Bildung und sein Einfluss auf den späteren Werdegang junger Menschen.

Zum 21-jährigen Jubiläum der PATRIZIA Children Foundation in diesem Jahr blickt die Hilfsorganisation auf eine unglaubliche Erfolgsgeschichte zurück: Weltweit hat die Stiftung inzwischen über 220.000 Kindern helfen können – in Schulen, Krankenhäusern und Heimen.

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Schulschließungen auf der ganzen Welt bedrohen die Lebens- perspektiven zahlreicher Kinder. Dank Mitteln des neu aufgelegten Coronavirus-Hilfsfonds können PATRIZIA Kinderzentren auch während der aktuellen Krise weiterarbeiten und Kindern schulische Angebote unterbreiten. Helfen Sie mit! Durch Ihre Spende unterstützen Sie die Arbeit unserer Kinderzentren und geben jungen Menschen eine Zukunft.

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