Wohnen: Sicherer Hafen in Corona-Zeiten


26 / 11 / 21 - 4 minute read

Corona hat zahlreiche Wirtschaftsbereiche in Bedrängnis gebracht. Ein Segment, das im Immobiliensektor eine bemerkenswerte Robustheit zeigt, ist der Bereich Wohnungsbau. Wohnimmobilien erweisen sich im aktuell herausfordernden Marktumfeld als sicherer Hafen.

Getrieben durch weiterhin niedrige Zinsen und eine stabil hohe Nachfrage stiegen die Immobilienpreise auf breiter Front weiter an. Auch während der Pandemie. Dieses Wachstum auf dem Wohnungsmarkt wird sich weiter fortsetzen, auch wenn sich auf einigen Teilmärkten voraussichtlich eine Verlangsamung dieses Wachstums einstellen wird.

„Die Corona-Krise hat an den positiven Aussichten für den Wohnungsmarkt nichts geändert“, ist Marcus Cieleback, Chief Urban Economist der PATRIZIA AG, überzeugt. „Die fundamentalen Marktdaten für Investments in Europa bleiben trotz des wirtschaftlich herausfordernden Umfelds unverändert. Wohnimmobilien werden weiterhin attraktive Renditen bieten.“

Das überschaubare Risiko bei Wohnimmobilien kann einem Investoren-Portfolio Stabilität verleihen, wie PATRIZIA in ihrem aktuellen Report „Die Zukunft des Wohnens“ schreibt. Dem Bericht zufolge können sich Anleger in den nächsten fünf Jahren bei europäischen Buy-and-Hold- Strategien für Mehrfamilienhäuser- auf Gesamtrenditen zwischen 5 % und 6 % freuen. Für Renditen aus Einnahmen werden zwischen 2,5 % und 3,5 % Prozentpunkte erwartet.

Wohnraum bezahlbarer machen

Die derzeitige wirtschaftliche Unsicherheit führt zu stagnierenden Lohnniveaus. Deutliche Gehaltssprünge sind für die meisten Arbeitnehmer weiterhin nicht in Sicht. Es ist deshalb insgesamt mit einem unveränderten Haushaltseinkommen zu rechnen.

Gleichzeitig übersteigt die wachsende Nachfrage nach Wohnraum in den meisten Städten das Angebot. Mieten und Immobilienpreise kennen von daher weiterhin nur eine Richtung: nach oben. Wohnraum ist für viele Interessenten immer seltener erschwinglich. Gerade für junge Menschen, Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen und selbst für einige Vertreter der wohlhabenden Mittelschicht gerät der Traum vom Eigenheim außer Reichweite. Kaum anders sieht es bei Mieten aus. In immer mehr europäischen Städten lassen steigende Mieten das Budget zahlreicher Haushalte dahinschmelzen.

Eine Lösung könnten entsprechende Wohnraum-Förderprogramme sein, insbesondere für einkommensschwache Bevölkerungsschichten.

„Auch Investoren sollten ein Interesse an bezahlbarem Mietraum haben“, meint Nathalie Winkelmann, Leiterin Fund Management Residential bei PATRIZIA. „Ideen, wie Wohnraum erschwinglich bleiben kann, müssen berücksichtigt und umgesetzt werden, vor allem in den Bereichen Mehrfamilienhäuser, Senioren- und Studentenwohnheime. Nur so bleiben Angebote für größere Mietersegmente attraktiv. Bezahlbarer Wohnraum und ein angemessener Anteil der Mietkosten am Einkommen der Mieter sichern während des gesamten Lebenszyklus eines Investments eine stabile Einkommensquelle und geringe Ausfallquoten.“

Auch Investoren sollten ein Interesse an bezahlbarem Mietraum haben

Nathalie Winkelmann, Leiterin Fund Management Residential bei PATRIZIA

Städte bleiben attraktiv

Städte ziehen Menschen nach wie vor an. Der Urbanisierungstrend beschleunigt sich. Nach einem aktuellen OECD-Bericht werden bis 2050 bereits rund 85 % der europäischen Bürger in Städten leben.

Städte bleiben also auch für Investoren eine gute Wahl. Allerdings zeichnen sich einige Veränderungen am Horizont ab. Während die Preise in europäischen Top-Städten auf hohem Niveau stagnieren, steigen die Preise in mittelgroßen und kleineren Städte weiter.

Beispiel Aarhus in Dänemark, Coventry in Großbritannien oder Uppsala in Schweden.  Städte dieser Kategorie holen in Bereichen wie Bildung, Innovation und Wirtschaftskraft im Vergleich zu den führenden europäischen Hauptstädten auf. Solche mittelgroßen und kleineren Städte werden für Investoren zunehmend attraktiver und sorgen für eine gesunde Balance innerhalb eines ausgewogenen zukünftigen Wohnportfolios.

Neue Lebensstile

Überzeugende Wohnraumkonzepte müssen sich neuen Gegebenheiten dynamisch anpassen. Beispiel Demografie. Eine alternde Bevölkerung erhöht den Bedarf an altersgerechtem Wohnraum. Zunehmend gefragt sind deshalb maßgeschneiderte Lösungen für ältere Menschen sowie entsprechende ortsnahe Dienstleistungen und Einrichtungen.

Auch neue Konzepte wie Co-Living oder Common Space Living gewinnen immer mehr an Bedeutung. Solche modernen Formen des gemeinschaftlichen Wohnens, bei denen Gemeinschaftsräumlichkeiten mit persönlichen Schlafräumen kombiniert werden, sind besonders für junge, global orientierte Berufstätige von Interesse. Zumal vor allem solche Angebote ein Leben in der Großstadt und die damit verbundenen Karrierechancen ermöglichen.

Datendynamik

Eine weitere Transformation im Bereich Wohnimmobilien wird durch neue Big-Data-Technologien ausgelöst. Die Nutzung unterschiedlicher Datentypen ermöglicht ein exakteres Bild von den Risiken und Chancen eines Standorts - und damit interessante Einblicke in die Dynamik von Entwicklungen einzelner Städte. Data Intelligence-Anwendungen sind zum Beispiel in der Lage, Trends und Potenziale punktgenau auf der Basis von Straßenzügen anstatt – wie zuvor – nur auf Quartiersebene zu erkennen. Eine exakte Prognose über die wahrscheinliche Entwicklung einzelner Stadtgebiete wird dadurch möglich.

Eine dieser Anwendungen ist der neue PATRIZIA Amenities Magnet, der über eine Datenbank mit 25 Millionen „Points of Interest“ (POI) aus europäischen Städten verfügt. London etwa kommt auf 252.896 solcher POI, Madrid auf 81.957 und Paris auf sage und schreibe 405.733. Solche zusätzlichen Informationen können Investoren bei der Entscheidungsfindung wertvolle Hinweise geben. 

Invest in the best

Das jährliche Investitionsvolumen im Bereich Wohnimmobilien ist von 7 Mrd. Euro (2009) auf 62 Mrd. Euro gestiegen (viertes Quartal 2020). Das entspricht einer Steigerung von unter 100 Millionen Euro pro Woche auf mehr als 1 Milliarde Euro pro Woche. Dieser Trend wird sich fortsetzen.

Die Fundamentaldaten des Immobilienmarktes bleiben stark. Das verspricht weiterhin stabile und attraktive Renditen. Die Kombination aus fallenden Equity- und Anleihekursen verändert die Allokation von Investments weg von festverzinslichen Anlagen hin zu  Immobilien, was den Asset -Mix zahlreicher Portfolios grundlegend verändert. Wohnimmobilien können zum Stabilisator innerhalb eines Portfolios werden und versprechen eine Rendite zwischen 250 und 300 Basispunkten im Vergleich zur durchschnittlichen Rendite zehnjähriger Staatsanleihen.

Wohnimmobilien waren, sind und bleiben Teil der DNA von PATRIZIA. PATRIZIA verfügt über eine beeindruckende Erfolgsbilanz im Wohnimmobiliensektor mit einem betreuten Vermögen von derzeit über EUR 12 Mrd. Seit über 37 Jahren stehen Wohnimmobilien bei PATRIZIA im Fokus – und dies wird auch in Zukunft so sein.

7

Mrd. €

Investitionsvolumen Wohnimmobilien 2009

62

Mrd. €

Investitionsvolumen Wohnimmobilien 2020

12

Mrd. €

Vermögen betreut durch PATRIZIA