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Leuchtende Zukunft für Batteriespeicher


02 / 10 / 23 - 10 minute read

Diskussionen über den Umstieg auf erneuerbare Energien konnten skeptische Zeitgenossen lange Zeit mit einer einzigen Frage schnell beenden: „Alles schön gut – aber was, wenn die Sonne nicht scheint oder kein Wind weht?“

Glücklicherweise liefern die Fortschritte der Technik mittlerweile eine Antwort: Denn mithilfe moderner Batterien lässt sich Wind- und Solarenergie einfach speichern und nach Bedarf nutzen. Damit werden die Speicher zu attraktiven Assets und können – in Kombination mit Immobilien – eine interessante Anlagemöglichkeit darstellen. Wo steht PATRIZIA beim Thema Batterien als Assetklasse?

Blickpunkt Australien

Weltweit führend bei Batterie-Energiespeichersystemen (BESS) ist Australien – trotz nach wie vor hoher Abhängigkeit von Kohleenergie. „Bei der Stromerzeugung setzen wir in Australien sehr stark auf Kohle“, erklärt Shawn Lal, der als Investment Director bei PATRIZIA Infrastructure in Sydney ansässig ist. „Denn wir verfügen über große Vorkommen, und die Förderung ist billig.“

Angesichts eines Umschwungs der öffentlichen Meinung und Australiens Verpflichtung zu internationalen Klimazielen ändert sich die Lage jedoch rasant. „Der Ausstieg aus der Kohle nimmt an Fahrt auf und ist zeitlich klar geregelt“, sagt Lal. „Folglich beflügeln in Australien Großanlagen zur Erzeugung von Solar- und Windenergie Investitionen in erneuerbare Energien. ,Unserer Meinung nach gibt es viele institutionelle Anleger mit niedrigeren Renditeerwartungen, die sich als Kapitalgeber für Großanlagen besser eignen – für solche Projekte sind wir eher nicht die Richtigen. Unser Fokus liegt vielmehr auf der Entwicklung, Fertigung und dem Betrieb kleinerer Solaranlagen mit lokalem Standalone-Speicher – die Aussichten auf Renditen und Wertschöpfung stehen hier sehr gut.“

Shawn Lal, Investment Director bei PATRIZIA Infrastructure

Stabilere Versorgung

PATRIZIA sieht seinen Beitrag vor allem darin, die Energiewende durch Investitionen in Batteriespeicher zu unterstützen und so die Energieversorgung zu stabilisieren. „Wir müssen ganz klar Kapazitäten aufbauen“, bestätigt Lal. „Der beste Weg hierfür ist der Einsatz vieler Batterien. In diesem Bereich sehen wir eine höchst attraktive Anlagemöglichkeit.“

Die Idee ist also einfach – doch Batteriespeicher sind erst seit Kurzem technisch so weit ausgereift, dass sie das Versorgungsnetz stabilisieren und Arbitrage-Geschäfte ermöglichen. „Dabei wird Strom, der tagsüber nicht genutzt wird, gespeichert und nachts eingespeist“, erklärt Lal. „Moderne Batteriespeicher können wichtige Systemunterstützung leisten. Dafür werden sie an den Schwachstellen des Netzes für die sogenannte Frequenzregelung sowie Hilfsdienste eingesetzt, um durch die volatile Stromerzeugung ausgelöste Schwankungen auszugleichen.“

Abgelegen und ländlich: Stromerzeugung in Australien

In Australien ist dieser Punkt besonders wichtig. Da Land und Sonne im Überfluss vorhanden sind, bietet Australien einerseits reichlich Möglichkeiten für grüne Energie – andererseits bringt die enorme Ausdehnung aber auch Herausforderungen mit sich.

„Wie man sich vorstellen kann, sind die meisten Projekte angesichts ihrer Größe in abgelegenen Regionen angesiedelt, wo Land billiger ist“, erläutert Lal. „Die Nachfrage fällt aber vorrangig in den Großstädten entlang der Küste an. Anders als Regionen wie Großbritannien, die schon weiter sind, hat Australien keine Offshore-Windparks. Davon ist zwar oft die Rede, aber wir müssen hier noch nachziehen. Aktuell sind die Anlagen vor allem in abgelegenen ländlichen Gegenden zu finden, sodass die [mit den Solar- und Windparks gekoppelten] Netze alles andere als engmaschig sind. Bei Ausfällen hat man also ein Problem. Der Einsatz von Batteriespeichern in stark belasteten Teilen des Stromnetzes unterstützt die Frequenzregelung und wird im Rahmen des Kohleausstiegs immer wichtiger werden.“

„Unserer Ansicht nach handelt es sich dabei um eine lukrative Technologie, die sich schnell und einfach nutzen lässt“, fasst er zusammen. „Die Märkte werden immer tiefer und komplexer. Für Unternehmen wie das unsere, die schon früh in diesen Bereich eingestiegen sind und den Scheitelpunkt der Lernkurve bereits überschritten haben, kann sich das wirklich lohnen.“

„Wir weisen immer darauf hin, dass eine frühe Entscheidung für Batteriespeicher der Schlüssel zum Erfolg ist.“

Shawn Lal, Investment Director bei PATRIZIA Infrastructure

Erfolg mit Kleinanlagen

Investitionen in Batteriespeicher für Großanlagen stehen bei PATRIZIA noch aus; stattdessen konzentriert sich das Unternehmen vorerst auf die Optimierung seiner bestehenden Assets. „Nachdem wir entlang der australischen Ostküste einige kleinere Solaranlagen in Betrieb genommen hatten, wurde uns klar, dass die Zukunft der Energiewende in der Speicherung liegt“, berichtet Lal. „Also haben wir alle unsere Solar-Assets unter die Lupe genommen. Sie werden als Anlage noch interessanter, wenn sie um lokale Speicher ergänzt werden – deshalb haben wir kleine Batterien installieren lassen.“

Das Team in Australien hat derzeit drei aktive Speicher in seinem Portfolio, legt aber laut Lal einen wachsenden Ehrgeiz an den Tag: „Aktuell wird unser erster Standalone-Batteriespeicher mit fünf Megawatt gebaut. Zudem werden wir voraussichtlich alle kleineren Solaranlagen mit Batteriespeichern nachrüsten und so unsere bestehenden Assets besser ausnutzen.“

Herausforderungen für die Zukunft

Jedoch sind auch einige Hürden zu überwinden: Die Mineralien, die für die Produktion von Batteriespeichern benötigt werden, sind nur begrenzt verfügbar und häufig in politisch unruhigen oder wirtschaftlich gebeutelten Regionen zu finden. „Diese Mineralien gelten oft als ‚schmutzig‘, insbesondere, wenn sie unter riskanten Bedingungen abgebaut werden“, erläutert Lal. „Kobalt beispielsweise wurde mittlerweile aus der Batterieproduktion verbannt, da es meist aus Krisenregionen stammte.“

Die Preise für Batteriespeicher dürften daher nicht so schnell fallen wie bei Solarpaneelen und Windrädern. „Die Technologie funktioniert gut und wird immer besser. Entscheidend wird jedoch sein, wie schnell der Wandel stattfindet“, meint Lal. „Ich denke, wir können uns auf niedrigere Preise und Produktionskosten einstellen, ähnlich wie bei Solar- und Windkraftanlagen, aber das wird langsamer vonstattengehen.“

Zudem wird die Nachfrage nach Batteriespeichern voraussichtlich drastisch steigen. Schließlich endet die Dekarbonisierung nicht bei Gebäuden – auch der Transportsektor zieht mit. Die meisten Industrieländer haben mittlerweile Fristen gesetzt, ab denen keine Neufahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden dürfen. Einen ähnlichen Weg, wenn auch mit weniger strikten Vorgaben, hat auch die Fertigungsindustrie eingeschlagen. Man sieht also: Elektrifizierung mit grüner Energie ist das Gebot der Stunde.

Attraktive Chancen

Wie Lal bestätigt, geht der Markt aktuell davon aus, dass die Kosten für Batteriespeicher sinken werden. Doch mit der wachsenden Nachfrage steigt auch die Gefahr, dass die Fertigung nicht mithalten kann, was dann wieder zu Preissteigerungen führen könnte – vor allem, wenn große Märkte wie China und Indien ihren Kohleausstieg schneller vorantreiben als gegenwärtig. Für Anleger bedeutet das: Je eher der Markteinstieg erfolgt, desto besser.

„Das ist wirklich ein wichtiger Punkt“, betont Lal. „Wir weisen immer darauf hin, dass eine frühe Entscheidung für Batteriespeicher der Schlüssel zum Erfolg ist. Denn es ist doch so: Je mehr Speicher an das Netz angeschlossen werden, desto stärker schrumpfen die potenziellen Gewinne. Andererseits stabilisieren mehr Batterien und erneuerbare Energien letztlich für alle Beteiligten die Energiepreise.“

Gegenwärtig winken hier also attraktive Chancen. „Der Markt erkennt gerade erst die Nachfrage. Wer bereit ist, sich mit den Risiken und Vorzügen dieses Sektors auseinanderzusetzen, findet hier wertvolle Anlagemöglichkeiten“, sagt Lal. „Vielen war die Notwendigkeit von Batteriespeichern im Netz bislang nicht bewusst, aber das ändert sich gerade. Anbietern wird das die Tür zu neuen Märkten öffnen. Aus Anlegerperspektive ist dies eine überaus spannende Entwicklung.“

Blickpunkt Australien

Weltweit führend bei Batterie-Energiespeichersystemen (BESS) ist Australien – trotz nach wie vor hoher Abhängigkeit von Kohleenergie. „Bei der Stromerzeugung setzen wir in Australien sehr stark auf Kohle“, erklärt Shawn Lal, der als Investment Director bei PATRIZIA Infrastructure in Sydney ansässig ist. „Denn wir verfügen über große Vorkommen, und die Förderung ist billig.“

Angesichts eines Umschwungs der öffentlichen Meinung und Australiens Verpflichtung zu internationalen Klimazielen ändert sich die Lage jedoch rasant. „Der Ausstieg aus der Kohle nimmt an Fahrt auf und ist zeitlich klar geregelt“, sagt Lal. „Folglich beflügeln in Australien Großanlagen zur Erzeugung von Solar- und Windenergie Investitionen in erneuerbare Energien. ,Unserer Meinung nach gibt es viele institutionelle Anleger mit niedrigeren Renditeerwartungen, die sich als Kapitalgeber für Großanlagen besser eignen – für solche Projekte sind wir eher nicht die Richtigen. Unser Fokus liegt vielmehr auf der Entwicklung, Fertigung und dem Betrieb kleinerer Solaranlagen mit lokalem Standalone-Speicher – die Aussichten auf Renditen und Wertschöpfung stehen hier sehr gut.“

Shawn Lal, Investment Director bei PATRIZIA Infrastructure

Stabilere Versorgung

PATRIZIA sieht seinen Beitrag vor allem darin, die Energiewende durch Investitionen in Batteriespeicher zu unterstützen und so die Energieversorgung zu stabilisieren. „Wir müssen ganz klar Kapazitäten aufbauen“, bestätigt Lal. „Der beste Weg hierfür ist der Einsatz vieler Batterien. In diesem Bereich sehen wir eine höchst attraktive Anlagemöglichkeit.“

Die Idee ist also einfach – doch Batteriespeicher sind erst seit Kurzem technisch so weit ausgereift, dass sie das Versorgungsnetz stabilisieren und Arbitrage-Geschäfte ermöglichen. „Dabei wird Strom, der tagsüber nicht genutzt wird, gespeichert und nachts eingespeist“, erklärt Lal. „Moderne Batteriespeicher können wichtige Systemunterstützung leisten. Dafür werden sie an den Schwachstellen des Netzes für die sogenannte Frequenzregelung sowie Hilfsdienste eingesetzt, um durch die volatile Stromerzeugung ausgelöste Schwankungen auszugleichen.“

Abgelegen und ländlich: Stromerzeugung in Australien

In Australien ist dieser Punkt besonders wichtig. Da Land und Sonne im Überfluss vorhanden sind, bietet Australien einerseits reichlich Möglichkeiten für grüne Energie – andererseits bringt die enorme Ausdehnung aber auch Herausforderungen mit sich.

„Wie man sich vorstellen kann, sind die meisten Projekte angesichts ihrer Größe in abgelegenen Regionen angesiedelt, wo Land billiger ist“, erläutert Lal. „Die Nachfrage fällt aber vorrangig in den Großstädten entlang der Küste an. Anders als Regionen wie Großbritannien, die schon weiter sind, hat Australien keine Offshore-Windparks. Davon ist zwar oft die Rede, aber wir müssen hier noch nachziehen. Aktuell sind die Anlagen vor allem in abgelegenen ländlichen Gegenden zu finden, sodass die [mit den Solar- und Windparks gekoppelten] Netze alles andere als engmaschig sind. Bei Ausfällen hat man also ein Problem. Der Einsatz von Batteriespeichern in stark belasteten Teilen des Stromnetzes unterstützt die Frequenzregelung und wird im Rahmen des Kohleausstiegs immer wichtiger werden.“

„Unserer Ansicht nach handelt es sich dabei um eine lukrative Technologie, die sich schnell und einfach nutzen lässt“, fasst er zusammen. „Die Märkte werden immer tiefer und komplexer. Für Unternehmen wie das unsere, die schon früh in diesen Bereich eingestiegen sind und den Scheitelpunkt der Lernkurve bereits überschritten haben, kann sich das wirklich lohnen.“

„Wir weisen immer darauf hin, dass eine frühe Entscheidung für Batteriespeicher der Schlüssel zum Erfolg ist.“

Shawn Lal, Investment Director bei PATRIZIA Infrastructure

Erfolg mit Kleinanlagen

Investitionen in Batteriespeicher für Großanlagen stehen bei PATRIZIA noch aus; stattdessen konzentriert sich das Unternehmen vorerst auf die Optimierung seiner bestehenden Assets. „Nachdem wir entlang der australischen Ostküste einige kleinere Solaranlagen in Betrieb genommen hatten, wurde uns klar, dass die Zukunft der Energiewende in der Speicherung liegt“, berichtet Lal. „Also haben wir alle unsere Solar-Assets unter die Lupe genommen. Sie werden als Anlage noch interessanter, wenn sie um lokale Speicher ergänzt werden – deshalb haben wir kleine Batterien installieren lassen.“

Das Team in Australien hat derzeit drei aktive Speicher in seinem Portfolio, legt aber laut Lal einen wachsenden Ehrgeiz an den Tag: „Aktuell wird unser erster Standalone-Batteriespeicher mit fünf Megawatt gebaut. Zudem werden wir voraussichtlich alle kleineren Solaranlagen mit Batteriespeichern nachrüsten und so unsere bestehenden Assets besser ausnutzen.“

Herausforderungen für die Zukunft

Jedoch sind auch einige Hürden zu überwinden: Die Mineralien, die für die Produktion von Batteriespeichern benötigt werden, sind nur begrenzt verfügbar und häufig in politisch unruhigen oder wirtschaftlich gebeutelten Regionen zu finden. „Diese Mineralien gelten oft als ‚schmutzig‘, insbesondere, wenn sie unter riskanten Bedingungen abgebaut werden“, erläutert Lal. „Kobalt beispielsweise wurde mittlerweile aus der Batterieproduktion verbannt, da es meist aus Krisenregionen stammte.“

Die Preise für Batteriespeicher dürften daher nicht so schnell fallen wie bei Solarpaneelen und Windrädern. „Die Technologie funktioniert gut und wird immer besser. Entscheidend wird jedoch sein, wie schnell der Wandel stattfindet“, meint Lal. „Ich denke, wir können uns auf niedrigere Preise und Produktionskosten einstellen, ähnlich wie bei Solar- und Windkraftanlagen, aber das wird langsamer vonstattengehen.“

Zudem wird die Nachfrage nach Batteriespeichern voraussichtlich drastisch steigen. Schließlich endet die Dekarbonisierung nicht bei Gebäuden – auch der Transportsektor zieht mit. Die meisten Industrieländer haben mittlerweile Fristen gesetzt, ab denen keine Neufahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden dürfen. Einen ähnlichen Weg, wenn auch mit weniger strikten Vorgaben, hat auch die Fertigungsindustrie eingeschlagen. Man sieht also: Elektrifizierung mit grüner Energie ist das Gebot der Stunde.

Attraktive Chancen

Wie Lal bestätigt, geht der Markt aktuell davon aus, dass die Kosten für Batteriespeicher sinken werden. Doch mit der wachsenden Nachfrage steigt auch die Gefahr, dass die Fertigung nicht mithalten kann, was dann wieder zu Preissteigerungen führen könnte – vor allem, wenn große Märkte wie China und Indien ihren Kohleausstieg schneller vorantreiben als gegenwärtig. Für Anleger bedeutet das: Je eher der Markteinstieg erfolgt, desto besser.

„Das ist wirklich ein wichtiger Punkt“, betont Lal. „Wir weisen immer darauf hin, dass eine frühe Entscheidung für Batteriespeicher der Schlüssel zum Erfolg ist. Denn es ist doch so: Je mehr Speicher an das Netz angeschlossen werden, desto stärker schrumpfen die potenziellen Gewinne. Andererseits stabilisieren mehr Batterien und erneuerbare Energien letztlich für alle Beteiligten die Energiepreise.“

Gegenwärtig winken hier also attraktive Chancen. „Der Markt erkennt gerade erst die Nachfrage. Wer bereit ist, sich mit den Risiken und Vorzügen dieses Sektors auseinanderzusetzen, findet hier wertvolle Anlagemöglichkeiten“, sagt Lal. „Vielen war die Notwendigkeit von Batteriespeichern im Netz bislang nicht bewusst, aber das ändert sich gerade. Anbietern wird das die Tür zu neuen Märkten öffnen. Aus Anlegerperspektive ist dies eine überaus spannende Entwicklung.“