Gemeinsame Daten - eine Wahrheit


14 / 03 / 22 - 4 minute read

Die Immobilien-Branche ist bislang kein Vorreiter der Digitalisierung. Aber sie holt schnell auf. 

Digitale Prozesse werden das gesamte Geschäftsmodell des Investmentmanagements für Immobilien und Infrastruktur verändern – egal ob es sich um Einzelobjekte, Portfolios oder Services für die Nutzer handelt. Die Digitalisierung erfasst nicht einzelne Aspekte oder Geschäftsfelder, sondern das gesamte Geschäftsmodell des Investmentmanagements. Die Akteure müssen sich der digitalen Transformation stellen, um auch weiterhin erfolgreich auf dem Markt zu agieren.

Immer häufiger erkennen Investoren, dass digitale Kompetenz im Investmentmanagement zu einem echten Unterscheidungsmerkmal geworden ist. Rund vier von fünf institutionellen Investoren stimmen daher der Aussage zu, dass digitale Services ein entscheidendes Differenzierungsmerkmal werden, so das Ergebnis der PATRIZIA Investorenbefragung mit 222 befragten institutionellen Kunden aus dem Frühjahr 2021.  

Für die Befragung wurde das Investorenportal, myPATRIZIA, genutzt, das seit 2020 institutionellen Investoren den Zugriff auf alle anleger- und fondsspezifischen Informationen sowie maßgeblichen Reports ermöglicht.

Autor

Alexander Betz

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Die Zukunft der Immobilienwirtschaft ist digital

Das Portal mit seinen zusätzlichen Services für Investoren ist Teil der Digitalisierungsstrategie von PATRIZIA. Denn Daten sind die Basis für die Kundenservices der Zukunft. Die Automatisierung der Datenerfassung, Analyse und Berichterstattung über Vermögenswerte führt unter anderem zu größerer Transparenz und einem effizienteren Anlagemanagement. Auch das Thema Risikoberichterstattung wird an Bedeutung gewinnen. Über 80 % der Kunden gaben bei der genannten Umfrage an, dass digital automatisierte Portfolioanalysen und -berichte zukünftig unerlässlich sind, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden.

Auch Informationen von allen an der Bewirtschaftung eines Objekts beteiligten Akteuren – vom Hausverwalter, Dienstleister bis zum Mieter oder Betreiber – sind von wachsender Bedeutung für ganzheitliches und effizientes Management von Gebäuden und Objekten in einem Portfolio. Deshalb wird die Integration all dieser Informationen zukünftig eine weitere elementar wichtige Herausforderung sein. Um die erforderliche Detailtiefe zu erreichen, müssen die unterschiedlichen relevanten Informationen seitens der verschiedenen Stakeholder zusammengeführt werden.

Die Bereitstellung einer umfassenden und strukturierten Datenbasis für die verschiedenen beteiligten Partner wird zukünftig die Basis für Planung, Bau und Betrieb intelligenter, „smarter“ Gebäude aber auch von Infrastrukturobjekten sein. Nur so können Prozesse optimiert und beispielsweise die Energieeffizienz und Ökobilanz eines Gebäudes verbessert werden. Bessere Daten unterstützen jeden Investor darin, die Qualität seiner Anlagen zu erhöhen und bessere Investmententscheidungen zu treffen.

Es besteht kein Zweifel, dass die Anforderungen an die Berichterstattung zunehmen werden, da die Risikoberichterstattung immer wichtiger wird.

Alexander Betz

Durch die Schaffung einer einzigen Datenbank für alle Beteiligten, die über intelligente Plattformen mit der gesamten Immobilienwertschöpfungskette verbunden ist, wird eine "single source of truth" erzeugt.

Big Data - Gute Daten, große Möglichkeiten

Ziel ist die Entwicklung einer einzelnen Datenbank für alle Stakeholder, die über intelligente Plattformen mit der gesamten Immobilien-Wertschöpfungskette verbunden ist und so alle Informationen zusammenführt. Somit entsteht eine einzige verlässliche Datenbasis, eine „Single-Source-of-Truth“. Dieser gemeinsame, zentralisierte Datenpool ermöglicht eine konsequente Automatisierung von Prozessen. Die Folge: An die Stelle mehrfacher Dateneingaben und -verarbeitungen durch die verschiedenen Akteure treten in Echtzeit verfügbare Daten.

Technisch wird diese Datenpoolentwicklung über offene und automatisierte Schnittstellen (API) und Datenformate gelöst. Zum Anforderungsprofil gehört auch eine einfache Benutzeroberfläche, die individuell auf die Bedürfnisse der Nutzergruppen und jedes einzelnen Nutzers zugeschnitten werden kann.

Je mehr Partner an die gemeinsame Datenbasis angeschlossen sind desto besser werden die Daten, mehr Services werden möglich und desto attraktiver wird die gemeinsame Plattform. Zusätzlicher Mehrwert und nahtlose End-to-End-Workflows entstehen, wenn neu entwickelte Technologien aus dem PropTech-Bereich, wie beispielsweise eine durch Künstliche Intelligenz gestützte Dokumentenauswertung oder Applikationen rund um Smart Buildings, integriert werden und damit das Service-Portfolio erweitert wird.

Investmentmanager müssen nun entscheiden, ob sie in die Digitalisierung moderner IT-Systeme auf Basis maschinenlesbarer Daten und den Aufbau einer solchen „Single-Source-of-Truth“ investieren oder künftig an einer offenen Branchenplattform teilnehmen wollen, die voraussichtlich in den kommenden Jahren entstehen wird. Denn ohne moderne digitale Services wird es in Zukunft schwierig werden, die steigenden Kundenanforderungen zu erfüllen.

Bei PATRIZIA ist diese Entscheidung bereits gefallen. Die aufgebaute „Single-Source-of-Truth“ ist ein wesentlicher Baustein der digitalen Transformation. PATRIZIA hat bereits in der Vergangenheit massiv in die Digitalisierung ihrer Prozesse investiert. Auch weiterhin wird die immer gezieltere Nutzung von Daten im Vordergrund stehen. Damit wird PATRIZIA ihrem Anspruch, Technologie- und Digitalisierungstreiber der Immobilienbranche und zugleich zukunftsorientierter Partner für ihre Kunden zu sein, auch in Zukunft gerecht.

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Augsburg, Deutschland

Alexander Betz

Member of the Management Board, CDO

Alexander Betz

Als Chief Digitalisation Officer bei PATRIZIA digitalisiert Alexander Betz mit seinem Team PATRIZIA und steuert alle Abläufe rund um unsere One-Stop-Service-Plattform. Alexander Betz verfügt über mehr als 28 Jahre Erfahrung in investment- und IT-bezogenen Geschäftsbereichen. Im Jahr 1999 gründete er eFonds24, die erste internetbasierte Plattform für Sachwertfonds. Sein Start-up hat sich zum Marktführer entwickelt und wird von fast allen führenden Kapitalanlagegesellschaften und Finanzinstituten für die Verwaltung ihrer Publikumsfonds genutzt. Heute kombiniert Alexander Betz seine IT- und digitale Plattform-Expertise mit Fonds- und Investment-Know-how für die Digitalisierung und den Betrieb der PATRIZIA.