Die Energiewende als Investitionschance der Zukunft


11 / 09 / 23 - 15 minute read

CO2-Neutralität, Dekarbonisierung, Nachhaltigkeit: Über das anzupeilende Ziel sind sich Regierungen und Organisationen weitgehend einig. Über den richtigen Weg dorthin wird hingegen teilweise heftig gestritten.

So sorgte die Bundesregierung im Frühjahr mit ihren in stundenlangen Debatten ausgehandelten Klimakompromiss in der Wissenschaftswelt für Kopfschütteln.

Als „Katastrophe“, „Satire“ und „Rückschritt für den Klimaschutz” bezeichneten Expertinnen und Experten die Verwässerung der Sektorziele, die die Kompensation des Treibhausgasausstoßes beispielsweise im Verkehr durch andere Bereiche erlaubt. Statt konsequent in Technologien für erneuerbare Energiequellen zu investieren, werden fortan weiter Dieselkraftstoffe subventioniert und Gasheizungen verbaut.

Trotz hehrer Ambitionen verlangsamen kollidierende Interessen und die lähmende Bürokratie Deutschlands die Energiewende und drohen gar, sie zum Erliegen zu bringen. Oder um es mit den Worten von Wessel Schevernels, Operating Partner bei PATRIZIA Infrastructure, zu sagen, der an einigen Investitionsprojekten in die Erneuerbaren beteiligt ist: „Die Chance für die Energiewende ist definitiv da – aber sie kommt mit vielen Facetten. Die große Herausforderung besteht darin, neue Energiequellen und -technologien wirtschaftlich attraktiv zu machen. Solange aber Öl und Gas weiterhin günstig und ausreichend verfügbar sind, bleiben sie im Einsatz.“

Dabei ist die Umstellung auf die Erneuerbaren entscheidend. „Nur mit erschwinglichen erneuerbaren Energien erreichen wir die Netto-Null“, weiß Jane Baseby, Associate Director Sustainability von PATRIZIA Infrastructure. „Onshore-Windkraft ist mittlerweile weltweit die kostengünstigste Quelle für Stromerzeugung, dicht gefolgt von Photovoltaik. Beide Technologien dürften der Dekarbonisierung des Energiesystems den Weg bereiten.“

"Solange aber Öl und Gas weiterhin günstig und ausreichend verfügbar sind, bleiben sie im Einsatz."

Wessel Schevernels, Operating Partner bei PATRIZIA Infrastructure

"Nur mit erschwinglichen erneuerbaren Energien erreichen wir die Netto-Null."

Jane Baseby, PATRIZIA Infrastructure Associate Director - Sustainability

ESG spaltet die USA

Ausbau und Nutzung erneuerbarer Energien hängen massiv von der jeweiligen Regierungspolitik ab, wie derzeit in den USA deutlich wird: So gilt das unter US-Präsident Joe Biden auf den Weg gebrachte Investitionspaket „Inflation Reduction Act“ (IRA) mit 369 Mrd. USD an Subventionen und Steuergutschriften für grüne Energietechnologien als Hauptgrund dafür, dass dieses Jahr in den USA erstmals mehr in Solarstrom als in Öl investiert werden dürfte.

Unter ESG-Befürwortern stößt Bidens Initiative auf breite Zustimmung. Für Ben Lonsdale, der bei PATRIZIA das Fondsmanagement leitet und die Einführung von ESG in seinem Bereich überwacht hat, ließe sich der Ansatz auch erfolgreich auf andere Länder übertragen: „Wir bräuchten in Europa stärkere Subventionen. Anreize wie Steuervorteile würden den gesamten Markt revolutionieren.“

Trotz des IRA spaltet ESG die USA wie kaum ein anderes Land. So peitschen manche Bundesstaaten Gesetze durchs Parlament, um Pensionsfonds daran zu hindern, ESG-Faktoren in ihre Investitionsentscheidungen einfließen zu lassen. Die komplizierte Sachlage sowie leere Selbstverpflichtungen zahlreicher Unternehmen ohne greifbare Ergebnisse tragen vermutlich ihren Teil dazu bei, dass der Zynismus gegenüber ESG wächst. Es bleibt den ESG-Verfechtern überlassen, die Skeptiker davon zu überzeugen, dass erneuerbare Energien das Mittel der Wahl sind, unseren Planeten zu dekarbonisieren. Auch Aaron Scott, Head of Sustainable Transformation bei PATRIZIA Infrastructure, teilt diese Ansicht. „Dass die republikanisch regierten Bundesstaaten eine Gegenposition einnehmen, ist insofern konstruktiv, als dadurch hoffentlich eine echte Debatte angestoßen wird“, meint er. „Eine faktenbasierte Diskussion dürfte uns als Gesellschaft voranbringen.“

Ben Lonsdale, PATRIZIA Director – Fund Management

Investoren setzen auf Erneuerbare

Nicht beirren lässt sich hingegen eine wichtige Interessensgruppe: Investoren haben das Zukunftspotenzial erneuerbarer Energien erkannt. So plant die Hälfte der 120 Anleger, die an der Kundenbefragung 2023 von PATRIZIA teilgenommen haben, den Anteil erneuerbarer Energien in ihrem Portfolio auszubauen. Über 45 % der Befragten wollen stärker in die Energiewende investieren, wohingegen knapp 40 % davon ausgehen, dass sie ihr Geld von herkömmlichen Energieformen abziehen werden.

Shawn Lal, PATRIZIA Infrastructure Investment Director

Investitionspotenzial in Australien

Wo lohnt sich also die Geldanlage? Shawn Lal, Investment Director bei PATRIZIA Infrastructure, empfiehlt Down Under: „Allein in Australien müssen bis 2030 gut 30 Gigawatt aus erneuerbaren Energiequellen zugebaut werden, um das Ziel der Regierung zu erreichen, bis zum Ende des Jahrzehnts 82 % des erzeugten Stroms aus Erneuerbaren zu beziehen“, erklärt er.

„Der Ausbau hat sich zwar verlangsamt, doch dürften die Sonderzonen für erneuerbare Energien (REZ) für den breitflächigen Ausbau von Energieerzeugungs- und -speicherkapazitäten eine tragende Rolle spielen. Statt eines weitverzweigten Anlagennetzes setzt man auf Cluster aus Großprojekten zur Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen, die sich Skaleneffekte sowie eine bessere Netzanbindung und Infrastruktur zunutze machen. Die REZs werden auch für die Gewinnung weiterer Privatinvestitionen maßgeblich sein, indem sie Anreize für Entwickler und Infrastrukturinvestoren setzen, entsprechende Projekte auf den Weg zu bringen oder sich daran zu beteiligen. Die Zonen produzieren dann geballte Energie und sind durch Hochspannungsinfrastruktur ans Netz angebunden. Damit werden die Kosten aufgeteilt und alle erhalten einen modernen, hochwertigen Netzanschluss. Mit zunehmendem Projektumfang wachsen auch die Investitionschancen in diesem Bereich.“

Wind als Erfolgsgarant

PATRIZIA hat mit der Oaklands Hill Wind Farm im Bundesstaat Victoria erstmals 2011 in Australien in erneuerbare Energien investiert. Letztes Jahr wurden im Auftrag des langjährigen institutionellen Kunden Prime Super zwei bereits aktive Windparks in Victoria hinzugekauft.

Die ungebrochene Beliebtheit von Windparks begründet sich im kontinuierlichen Ausbau der Windkrafttechnologie, so Lal. „Windräder werden nicht nur immer größer, sondern auch effizienter. Sie richten sich stärker nach dem Wind aus, verfügen über ausgeklügeltere Technologien und können den Kapazitätsfaktor – die tatsächlich erzeugte Energie pro Jahr im Verhältnis zur theoretisch maximal möglichen Leistungsabgabe bei angenommen konstantem Wind rund um die Uhr – um ein Vielfaches erhöhen. Ein gutes Beispiel sind viele der Windfarmen, die vor zehn Jahren gebaut wurden: Da würde man sich über einen Kapazitätsfaktor von 20 bis 30 % freuen. Das bedeutet allerdings, dass nur in 20 bis 30 % der Betriebszeit Energie erzeugt wird. Bei neuen Windparks liegt der Kapazitätsfaktor mittlerweile immer häufiger bei mindestens 40 %. Kürzlich haben wir in Victoria südwestlich von Melbourne einige Windfarmen gekauft, deren Kapazitätsfaktor in manchen Monaten knapp 50 % erreicht. Das ist schon sehr effizient. Die Turbinen drehen rund um die Uhr. Dort stehen sie nun die nächsten 25 bis 30 Jahre und jagen förmlich immer der nächsten Brise hinterher. Die Technologie dahinter ist beeindruckend. Und sie wird ständig weiterentwickelt: Schaufeln und Turbinen werden laufend besser, das Gesamtkonzept leichter.“

Insgesamt bietet die Asien-Pazifik-Region günstige Voraussetzungen für Investitionen in erneuerbare Energien. So hat sich Taiwan für den Windkraftausbau bis 2035 ehrgeizige Ziele gesetzt, während Japan seine Treibhausgasemissionen von 2013 bis 2030 um 46 % senken will. Dies sind nur zwei der zahlreichen Beispiele in einer Region, die die Auswirkungen des Klimawandels bereits hautnah zu spüren bekommt – und daher Anreiz genug hat, dagegen vorzugehen. Angesichts dieses Trends hat PATRIZIA gemeinsam mit Mitsui Anfang des Jahres eine neue Leuchtturmstrategie für Investitionen in nachhaltige Infrastruktur im Asien-Pazifik-Raum ins Leben gerufen.

Privatinvestitionen unabdingbar

Ob Regierungen ihre Klimaziele erreichen, hängt maßgeblich von Privatinvestitionen ab, wie PATRIZIA sie managt. Einer der vier Kernpunkte der Nachhaltigkeitsstrategie von PATRIZIA besteht darin, „bis 2040 oder früher bei CO2-Emissionen für unser gesamtes Unternehmen sowie unser Real-Asset-Portfolio die Netto-Null zu erreichen – wobei unser klarer Anspruch ist, hier so schnell voranzukommen, wie es die externen Bedingungen und die Anforderungen unserer Stakeholder zulassen“.

Im Rahmen ihrer Net Zero Carbon Strategie hat sich PATRIZIA sieben mittelfristige Dekarbonisierungsziele gesetzt, von denen viele auf erneuerbaren Energien beruhen. Hierzu gehört, für eigenverwaltete Gebäude den gesamten Strom bis 2025 aus erneuerbaren Quellen zu beziehen und Mieter dazu anzuregen, auf erneuerbare Energien umzustellen. Weiterhin sollen für alle verwalteten Objekte bis 2025 Dekarbonisierungspläne auf Grundlage der Energiehierarchie entwickelt werden, die auch Machbarkeitsstudien zur standortbezogenen Nutzung erneuerbarer Energien umfassen. Drittens soll auch der Heizsektor dekarbonisiert werden, sodass bis 2030 – soweit praktisch umsetzbar – fossile Heizquellen aus verwalteten Objekten verschwinden.

„Unsere Kunden wagen sich auf diesem neuen Gebiet weit über regulatorische Vorgaben hinaus vor“, erklärt Scott. „Investoren fordern bei uns neue Möglichkeiten ein. Die EU-Taxonomie liefert eine detaillierte Liste nachhaltiger Investitionen, an die wir uns halten.

Ende letzten Jahres hat sich PATRIZIA Infrastructure der Initiative ‚Net Zero Asset Managers‘ angeschlossen. Dabei haben wir uns das Ziel gesetzt, unseren CO2-Fußabdruck bis 2030 um 50 % zu senken. Es erscheint naheliegend, da bei erneuerbaren Energien anzusetzen. Die Wachstumstechnologien heißen Solar- und Windkraft. Wichtig ist dabei, Chancen mit dem richtigen Risiko-Ertrags-Verhältnis zu identifizieren. Auch Kohlenstoffabscheidung und -speicherung dürften einen Schwerpunkt bilden.“

Auch wenn Regierungen weltweit bei der Energiewende teils einen politischen Zickzackkurs einschlagen, wirft PATRIZIA in Einklang mit den Überzeugungen ihrer Anleger ihr ganzes Gewicht in die Waagschale, um die erneuerbaren Energien nach vorne zu bringen.

Aaron Scott, PATRIZIA Infrastructure Head of Sustainable Transformation

"Solange aber Öl und Gas weiterhin günstig und ausreichend verfügbar sind, bleiben sie im Einsatz."

Wessel Schevernels, Operating Partner bei PATRIZIA Infrastructure

"Nur mit erschwinglichen erneuerbaren Energien erreichen wir die Netto-Null."

Jane Baseby, PATRIZIA Infrastructure Associate Director - Sustainability

ESG spaltet die USA

Ausbau und Nutzung erneuerbarer Energien hängen massiv von der jeweiligen Regierungspolitik ab, wie derzeit in den USA deutlich wird: So gilt das unter US-Präsident Joe Biden auf den Weg gebrachte Investitionspaket „Inflation Reduction Act“ (IRA) mit 369 Mrd. USD an Subventionen und Steuergutschriften für grüne Energietechnologien als Hauptgrund dafür, dass dieses Jahr in den USA erstmals mehr in Solarstrom als in Öl investiert werden dürfte.

Unter ESG-Befürwortern stößt Bidens Initiative auf breite Zustimmung. Für Ben Lonsdale, der bei PATRIZIA das Fondsmanagement leitet und die Einführung von ESG in seinem Bereich überwacht hat, ließe sich der Ansatz auch erfolgreich auf andere Länder übertragen: „Wir bräuchten in Europa stärkere Subventionen. Anreize wie Steuervorteile würden den gesamten Markt revolutionieren.“

Trotz des IRA spaltet ESG die USA wie kaum ein anderes Land. So peitschen manche Bundesstaaten Gesetze durchs Parlament, um Pensionsfonds daran zu hindern, ESG-Faktoren in ihre Investitionsentscheidungen einfließen zu lassen. Die komplizierte Sachlage sowie leere Selbstverpflichtungen zahlreicher Unternehmen ohne greifbare Ergebnisse tragen vermutlich ihren Teil dazu bei, dass der Zynismus gegenüber ESG wächst. Es bleibt den ESG-Verfechtern überlassen, die Skeptiker davon zu überzeugen, dass erneuerbare Energien das Mittel der Wahl sind, unseren Planeten zu dekarbonisieren. Auch Aaron Scott, Head of Sustainable Transformation bei PATRIZIA Infrastructure, teilt diese Ansicht. „Dass die republikanisch regierten Bundesstaaten eine Gegenposition einnehmen, ist insofern konstruktiv, als dadurch hoffentlich eine echte Debatte angestoßen wird“, meint er. „Eine faktenbasierte Diskussion dürfte uns als Gesellschaft voranbringen.“

Ben Lonsdale, PATRIZIA Director – Fund Management

Investoren setzen auf Erneuerbare

Nicht beirren lässt sich hingegen eine wichtige Interessensgruppe: Investoren haben das Zukunftspotenzial erneuerbarer Energien erkannt. So plant die Hälfte der 120 Anleger, die an der Kundenbefragung 2023 von PATRIZIA teilgenommen haben, den Anteil erneuerbarer Energien in ihrem Portfolio auszubauen. Über 45 % der Befragten wollen stärker in die Energiewende investieren, wohingegen knapp 40 % davon ausgehen, dass sie ihr Geld von herkömmlichen Energieformen abziehen werden.

Shawn Lal, PATRIZIA Infrastructure Investment Director

Investitionspotenzial in Australien

Wo lohnt sich also die Geldanlage? Shawn Lal, Investment Director bei PATRIZIA Infrastructure, empfiehlt Down Under: „Allein in Australien müssen bis 2030 gut 30 Gigawatt aus erneuerbaren Energiequellen zugebaut werden, um das Ziel der Regierung zu erreichen, bis zum Ende des Jahrzehnts 82 % des erzeugten Stroms aus Erneuerbaren zu beziehen“, erklärt er.

„Der Ausbau hat sich zwar verlangsamt, doch dürften die Sonderzonen für erneuerbare Energien (REZ) für den breitflächigen Ausbau von Energieerzeugungs- und -speicherkapazitäten eine tragende Rolle spielen. Statt eines weitverzweigten Anlagennetzes setzt man auf Cluster aus Großprojekten zur Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen, die sich Skaleneffekte sowie eine bessere Netzanbindung und Infrastruktur zunutze machen. Die REZs werden auch für die Gewinnung weiterer Privatinvestitionen maßgeblich sein, indem sie Anreize für Entwickler und Infrastrukturinvestoren setzen, entsprechende Projekte auf den Weg zu bringen oder sich daran zu beteiligen. Die Zonen produzieren dann geballte Energie und sind durch Hochspannungsinfrastruktur ans Netz angebunden. Damit werden die Kosten aufgeteilt und alle erhalten einen modernen, hochwertigen Netzanschluss. Mit zunehmendem Projektumfang wachsen auch die Investitionschancen in diesem Bereich.“

Wind als Erfolgsgarant

PATRIZIA hat mit der Oaklands Hill Wind Farm im Bundesstaat Victoria erstmals 2011 in Australien in erneuerbare Energien investiert. Letztes Jahr wurden im Auftrag des langjährigen institutionellen Kunden Prime Super zwei bereits aktive Windparks in Victoria hinzugekauft.

Die ungebrochene Beliebtheit von Windparks begründet sich im kontinuierlichen Ausbau der Windkrafttechnologie, so Lal. „Windräder werden nicht nur immer größer, sondern auch effizienter. Sie richten sich stärker nach dem Wind aus, verfügen über ausgeklügeltere Technologien und können den Kapazitätsfaktor – die tatsächlich erzeugte Energie pro Jahr im Verhältnis zur theoretisch maximal möglichen Leistungsabgabe bei angenommen konstantem Wind rund um die Uhr – um ein Vielfaches erhöhen. Ein gutes Beispiel sind viele der Windfarmen, die vor zehn Jahren gebaut wurden: Da würde man sich über einen Kapazitätsfaktor von 20 bis 30 % freuen. Das bedeutet allerdings, dass nur in 20 bis 30 % der Betriebszeit Energie erzeugt wird. Bei neuen Windparks liegt der Kapazitätsfaktor mittlerweile immer häufiger bei mindestens 40 %. Kürzlich haben wir in Victoria südwestlich von Melbourne einige Windfarmen gekauft, deren Kapazitätsfaktor in manchen Monaten knapp 50 % erreicht. Das ist schon sehr effizient. Die Turbinen drehen rund um die Uhr. Dort stehen sie nun die nächsten 25 bis 30 Jahre und jagen förmlich immer der nächsten Brise hinterher. Die Technologie dahinter ist beeindruckend. Und sie wird ständig weiterentwickelt: Schaufeln und Turbinen werden laufend besser, das Gesamtkonzept leichter.“

Insgesamt bietet die Asien-Pazifik-Region günstige Voraussetzungen für Investitionen in erneuerbare Energien. So hat sich Taiwan für den Windkraftausbau bis 2035 ehrgeizige Ziele gesetzt, während Japan seine Treibhausgasemissionen von 2013 bis 2030 um 46 % senken will. Dies sind nur zwei der zahlreichen Beispiele in einer Region, die die Auswirkungen des Klimawandels bereits hautnah zu spüren bekommt – und daher Anreiz genug hat, dagegen vorzugehen. Angesichts dieses Trends hat PATRIZIA gemeinsam mit Mitsui Anfang des Jahres eine neue Leuchtturmstrategie für Investitionen in nachhaltige Infrastruktur im Asien-Pazifik-Raum ins Leben gerufen.

Privatinvestitionen unabdingbar

Ob Regierungen ihre Klimaziele erreichen, hängt maßgeblich von Privatinvestitionen ab, wie PATRIZIA sie managt. Einer der vier Kernpunkte der Nachhaltigkeitsstrategie von PATRIZIA besteht darin, „bis 2040 oder früher bei CO2-Emissionen für unser gesamtes Unternehmen sowie unser Real-Asset-Portfolio die Netto-Null zu erreichen – wobei unser klarer Anspruch ist, hier so schnell voranzukommen, wie es die externen Bedingungen und die Anforderungen unserer Stakeholder zulassen“.

Im Rahmen ihrer Net Zero Carbon Strategie hat sich PATRIZIA sieben mittelfristige Dekarbonisierungsziele gesetzt, von denen viele auf erneuerbaren Energien beruhen. Hierzu gehört, für eigenverwaltete Gebäude den gesamten Strom bis 2025 aus erneuerbaren Quellen zu beziehen und Mieter dazu anzuregen, auf erneuerbare Energien umzustellen. Weiterhin sollen für alle verwalteten Objekte bis 2025 Dekarbonisierungspläne auf Grundlage der Energiehierarchie entwickelt werden, die auch Machbarkeitsstudien zur standortbezogenen Nutzung erneuerbarer Energien umfassen. Drittens soll auch der Heizsektor dekarbonisiert werden, sodass bis 2030 – soweit praktisch umsetzbar – fossile Heizquellen aus verwalteten Objekten verschwinden.

„Unsere Kunden wagen sich auf diesem neuen Gebiet weit über regulatorische Vorgaben hinaus vor“, erklärt Scott. „Investoren fordern bei uns neue Möglichkeiten ein. Die EU-Taxonomie liefert eine detaillierte Liste nachhaltiger Investitionen, an die wir uns halten.

Ende letzten Jahres hat sich PATRIZIA Infrastructure der Initiative ‚Net Zero Asset Managers‘ angeschlossen. Dabei haben wir uns das Ziel gesetzt, unseren CO2-Fußabdruck bis 2030 um 50 % zu senken. Es erscheint naheliegend, da bei erneuerbaren Energien anzusetzen. Die Wachstumstechnologien heißen Solar- und Windkraft. Wichtig ist dabei, Chancen mit dem richtigen Risiko-Ertrags-Verhältnis zu identifizieren. Auch Kohlenstoffabscheidung und -speicherung dürften einen Schwerpunkt bilden.“

Auch wenn Regierungen weltweit bei der Energiewende teils einen politischen Zickzackkurs einschlagen, wirft PATRIZIA in Einklang mit den Überzeugungen ihrer Anleger ihr ganzes Gewicht in die Waagschale, um die erneuerbaren Energien nach vorne zu bringen.

Aaron Scott, PATRIZIA Infrastructure Head of Sustainable Transformation