Dekarbonisierung wird zur Investmentpriorität


16 / 08 / 22 - 3 minute read

E, S, und G sind für den britischen The Economist drei Buchstaben, die die Welt nicht retten werden. Stattdessen schlägt das bekannte Wirtschaftsmagazin in seiner Ausgabe von Ende Juli vor, den Fokus allein auf Emissionen, also die Dekarbonisierung, zu legen. Denn die Vielzahl an Kriterien führe unter anderem zu einer unklaren Priorisierung, etwa zu Zielkonflikten zwischen ökologischen und sozialen Kriterien. Der Responsible Investor hat hierzu eine ausführliche Replik verfasst, während Investoren hier einen pragmatischen Ansatz verfolgen.

Die zweite PATRIZIA Investorenbefragung, an der 107 institutionelle Investoren im Frühjahr dieses Jahres teilgenommen habe, zeigte, dass die befragten institutionellen Investoren ihren Fokus auf die Dekarbonisierung ihrer Immobilienanlagen richten. Aber sie gehen darüber hinaus und berücksichtigen zunehmend weitere Kriterien für ihre Investments.

Investoren treiben Messung der Emissionen voran

76 Prozent der befragten institutionellen Investoren erfassen und nutzen ESG-Daten für ihre Immobilieninvestments. Das entspricht einem Anstieg von 18 Prozentpunkten im Vergleich zur letztjährigen Umfrage. Dabei konzentrieren sich die Investoren auf Strategien zur Dekarbonisierung. 69 Prozent wollen den Energieverbrauch ihrer Immobilienanlagen innerhalb der nächsten fünf Jahre erfassen, 66 Prozent (im Vergleich zu 60 Prozent in der Vorjahresumfrage) werden die direkten CO2-Emissionen (Scope 1), 39 Prozent (nach 30 Prozent in der Vorjahresumfrage) die indirekten CO2-Emissionen (Scope 2) und 32 Prozent (nach 17 Prozent in der Vorjahresumfrage) die Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette messen (Scope 3). Nahezu jeder fünfte gibt an, bereits einen Fahrplan zur Dekarbonisierung des Portfolios entwickelt zu haben.

„Besonders beeindruckt mich an den Umfrageergebnissen, welches große Engagement unsere Kundinnen und Kunden haben, unsere Branche zu dekarbonisieren“, sagt Mathieu Elshout, Head of Sustainability & Impact Investing bei PATRIZIA, und ergänzt: „Rund 40 Prozent aller Treibhausgasemissionen entstehen im Zusammenhang mit dem Bau und Betrieb von Immobilien. Es motiviert uns, dass unsere Investoren von uns erwarten, die Dekarbonisierung ihrer Investments voranzutreiben. Wir bei PATRIZIA verfolgen mit Unterstützung unserer Investoren bereits eine klare und belastbare ESG-Strategie. Dabei wollen wir über das international verbindliche Ziel für 2050 hinausgehen. Unser Ziel ist es, 2040 für unser gesamtes Portfolio CO2-Neutralität zu erreichen und unsere CO2-Emissionen bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren.“

Emissionen im Portfolio reduzieren

Für ihre Net-Zero-Carbon-Strategie arbeitet PATRIZIA eng mit seinen Kunden zusammen und verfolgt mit seinen diskretionären Fonds Strategien, um die Dekarbonisierung voranzutreiben. PATRIZIA’s Flaggschifffonds haben so für ihre Portfolios spezifische Ziele und Strategien definiert, um Klimaneutralität zu erreichen. Einzelne Fondsstrategien sehen so beispielsweise vor, CO2-Emissionen in der Nutzung, die durch den Vermieter kontrollierbar ist, sowie CO2-Emissionen, die im Bau entstehen, bis 2030 sowie die indirekten Emissionen bis 2040 auf null zu senken. Hierzu integrieren die Fonds unter anderem ESG Kriterien und Zertifizierungen in ihrem Investmentprozess, rollen Smartmeter in ihren Portfolios aus, um den Energieverbrauch zu senken, legen Schritte zur Dekarbonisierung der einzelnen Assets fest und achten bei Renovierungen auf eine nachhaltige Bauweise.

Nachhaltigkeit ist mehr als Dekarbonisierung

Institutionelle Investoren beschränken sich jedoch nicht auf die Dekarbonisierung ihres Portfolios. Vielmehr berücksichtigen sie auch immer mehr häufiger soziale Kriterien und gesellschaftliche Zielsetzungen bei ihren Investments. 47 Prozent erwarten, die sozialen Auswirkungen ihrer Immobilieninvestments innerhalb der nächsten fünf Jahre zu messen. 23 Prozent wollen den Anteil von Impact Investments in ihrem Portfolio erhöhen und rund jeder fünfte ist bereit, für soziale und ökologische Ziele eine niedrigere Rendite in Kauf zu nehmen.

Angesichts der Herausforderungen durch den Klimawandel priorisieren die Investoren die Dekarbonisierung ihres Portfolios. Aber sie haben nicht nur das „E“ im Blick, sondern verstehen Nachhaltigkeit umfassender und nehmen immer stärker soziale Kriterien und gesellschaftliche Ziele ins Visier.

Angesichts der Herausforderungen durch den Klimawandel priorisieren die Investoren die Dekarbonisierung ihres Portfolios. Aber sie haben nicht nur das „E“ im Blick, sondern verstehen Nachhaltigkeit umfassender und nehmen immer stärker soziale Kriterien und gesellschaftliche Ziele ins Visier.