Brüssels neue Ikone der Moderne Louise


29 / 10 / 21 - 4 minute read

Wie sich ein historisches Wahrzeichen in eine Office-Ikone der Moderne verwandelt. Louise in Brüssel wird derzeit von Grund auf saniert. Das landesweit bekannte Bürogebäude in der Avenue Louise wird modernisiert und an die veränderten Anforderungen der Nach-Corona-Zeit angepasst.

Im Mittelpunkt der umfangreichen Sanierungsarbeiten bei dem 24-stöckigen Gebäude steht der komplette Austausch der Fassade sowie der mechanischen und elektronischen Einrichtungen. Die Sanierungsarbeiten haben im zweiten Quartal 2021 begonnen und sollen bis zum dritten Quartal 2023 abgeschlossen sein. Dann wird aus dem denkmalgeschützten Wahrzeichen aus den 1960er-Jahren ein Vorzeige-Bürokomplex der Moderne.

Das Gebäude, das zwischen 1963 und 1965 von den beiden Architekten André und Jean Polak entworfen wurde, gilt in Brüssel als Teil des architektonischen Erbes der Stadt. Die ursprüngliche Architektur bleibt deshalb erhalten. Nichtsdestotrotz wird das Gebäude nach der Sanierung höchste Komfort- und Energieeffizienzstandards erfüllen.

„Unsere Sanierungsarbeiten orientieren sich an vier Grundgedanken“, erläutert Sam Walsh, Director Real Estate Development bei PATRIZIA, der die Modernisierung verantwortet, und geht ins Detail: „Smart Technology, Wohlbefinden der Mitarbeiter, Nachhaltigkeit und Top-Einrichtungen stehen für uns im Vordergrund. Damit streben wir die bestmöglichen Zertifizierungen an und gehen davon aus, dass der Tower die hochgesteckten Erwartungen anspruchsvoller internationaler Mieter über einen langen Zeitraum erfüllen wird.“

Louise wurde 2019 als Teil eines Portfolios von insgesamt sechs Bürogebäuden und einem Einzelhandelsobjekt von Athora Belgium erworben. Mit der Übernahme dieses Gesamtportfolios erhöhten sich die Assets under Management von PATRIZIA in Belgien und Luxemburg auf rund 1,7 Milliarden Euro. Laut Suzy Denys, Country Manager und Head of Asset Management für BeLux bei PATRIZIA, sollen die Büroräume vorvermietet werden. Das Interesse an dem neuen Brüsseler Vorzeigeprojekt sei mehr als ermutigend.

Autor

Lois Hoyal


„Menschen und Orte“ - Louise besitzt vier einzigartige Persönlichkeiten, charakterisiert durch seine vier grundlegenden Säulen des Designs: Technologie, Wellness, Nachhaltigkeit und der Qualität des Levels A. Die Einbeziehung der gedruckten Schaltplatte, der Blume, des Schmetterlings und des Diamanten repräsentiert jeder dieser Säulen.

A village in the sky

Durch die Corona-Pandemie haben sich die Erwartungen der Menschen an die Arbeitsplatzumgebung und gestaltung verändert. Das Innenleben des neuen Büroturms trägt den neuen Anforderungen Rechnung. Unter anderem werden konventionelle Arbeitsplätze mit Räumen für gemeinschaftliches Arbeiten kombiniert. So entstehen flexible Arbeitsbereiche für alle. Mit seinen insgesamt 37.350 Quadratmeter Fläche ist der Louise für ein solch großzügiges Konzept, das keine Mitarbeiterwünsche offen lässt, geradezu prädestiniert.

Walsh schwärmt bereits von einem „A village in the sky“, das Louise eines Tages werden soll. Zu den „Dorfangeboten“ zählen zukünftig auch Wellness- und Fitnesseinrichtungen, Fahrrad- und E-Scooter-Parkplätze, Duschen, Speisen- und Getränkeangebote, Gemeinschaftsarbeitsplätze, ein Auditorium sowie weitläufige Außengärten und Terrassen.

Dazu Denys: „Die Menschen sollen das Gebäude nicht verlassen müssen, um ihre alltäglichen Aufgaben zu erfüllen. Für die Rundum-Kinderbetreuung sorgt zum Beispiel eine Kindertagesstätte. Ein Lebensmittelservice liefert die Einkäufe direkt zum eigenen Auto in der Garage. Und dank zahlreicher Gärten im Außenbereich muss man noch nicht einmal das Gelände verlassen, um frische Luft zu schnappen.“

Top-Klimazertifikate als Ziel

Das Thema Nachhaltigkeit spielt bei allen PATRIZIA Vorhaben stets eine entscheidende Rolle. Selbstverständlich auch bei Louise, das nach der Sanierung die höchsten ESG-Stan­dards (Environment, Social, Governance) erfüllen soll.

In erster Linie wird der neue Büroturm ein durch und durch klimaneutrales Gebäude werden. „Der Erhalt eines Großteils des Oberbaus wird eine CO2-Einsparung von rund 8.500 Tonnen ermöglichen. Das entspricht einer 50 %igen CO2-Ersparnis im Vergleich zu einem durchschnittlichen neuen Bürogebäude dieser Größenordnung“, erklärt Walsh.

Altmaterialien werden recyclet anstatt auf Deponien zu landen. So werden zusätzlich weitere 1.500 Tonnen CO2-Emissionen eingespart. Des Weiteren wird ein thermisches Komfortsystem an der neuen Fassade die U-Werte (sie messen die Dämmqualität von Bauteilen) deutlich verringern.

Im gesamten Innenbereich kommen nachhaltige und nicht poröse Materialien zum Einsatz. Das Gebäude ist mit einem integrierten Wasserrecyclingsystem ausgestattet, das Regenwasser von Dächern und Terrassen aufnimmt. Durch Bepflanzungen mit einheimischen Pflanzenarten und Insektenhotels entstehen in und um das Gebäude Biodiversitätszonen, die ein freundliches und natürliches Arbeitsambiente schaffen.

Smart-Technologie überall

Modernste SMART-Systeme werden bei Louise alle mechanischen, elektronischen, Sanitär- und Sicherheitsfunktionen steuern und ausführen. Dadurch wird der Gesamtenergieverbrauch auf 90 kW pro Quadratmeter gesenkt. Dazu Walsh: „Dies entspricht einer Energieeinsparung von über 50 % im Vergleich zu einem herkömmlichen Design bzw. der Jahreseinsparung von 200 durchschnittlichen belgischen Haushalten.“

Im gesamten Gebäude werden Systeme mit hoher Luftqualität und -strömung betrieben, einschließlich Luftfilter- und CO2-Zonenüberwachungsgeräten. Darüber hinaus werden dank modernster App-Technologie Berührungspunkte wie Lichtschalter und Aufzugstasten auf ein Minimum begrenzt. Weitere technische Spezifikationen sorgen dafür, dass das Gebäude die anspruchsvollen Kriterien des BREEAM-Excellent-Rating erfüllt.

„All diese ambitionierten Maßnahmen werden die Attraktivität des Gebäudes erhöhen – und das in einer Stadt mit einer überschaubaren Anzahl an erstklassigen Bürogebäuden“, meint Denys und ergänzt: „Andererseits sind hier im Viertel einige der renommiertesten Adressen aus der Welt der Finanzen, der Rechtsberatung, des Versicherungswesens und der Wirtschaftsprüfung ansässig. Kein Wunder also, dass bei diesem geringen Angebot an Grade A-Büroimmobilien in Toplagen die Mieten zuletzt deutlich gestiegen sind. Wir sind davon überzeugt, dass der Louise insbesondere für große internationale Unternehmen mit hohen qualitativen Ansprüchen in Brüssel die erste Adresse werden wird.“

Louise wird zudem ein idealer Ort für das Networking mit Kollegen und Geschäftspartnern. Der Bürotower und das prächtige Anwesen Hotel Wielemans in direkter Nachbarschaft sind durch Gärten miteinander verbunden. Geplant ist, dass das insgesamt 685 Quadratmeter große Gartenareal die neue Heimat eines noblen Businessclubs werden soll. Zukünftige Mieter dürfen sich also auch nebenan auf hochmoderne Business Lounges und private Tagungsräume freuen.

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten hat Louise alle Chancen, die erste Adresse für gehobene Firmensitze zu werden. In einer der prestigeträchtigsten Wohn- und Bürolagen Brüssels. Ein historisches Wahrzeichen aus den 60er-Jahren, das zu einer Ikone der Moderne in Belgiens Hauptstadt wird. 

Von Lois Hoyal und Victoria Sussen