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„Weniger Deals, aber größere Transaktionen“

Im Jahr 2016 wurde Etienne Marcot Head of PATRIZIA France. Der Immobilienexperte verfügt über mehr als 30 Jahre Berufserfahrung in der Branche. Aufgrund seines umfangreichen Branchenwissens haben wir mit ihm über die aktuellen Trends und Entwicklungen an den Immobilienmärkten in Frankreich und Europa gesprochen.

Herr Marcot, wie sieht die derzeitige Situation am französischen Immobilienmarkt aus?
Im Moment erleben wir in Frankreich historische Höchst- und Tiefststände. Ein Rekordhoch verzeichnet das verfügbare Gesamtkapital auf dem französischen Immobilienmarkt und das schlägt sich auch in den Rekordpreisen nieder, zu denen die Objekte momentan gehandelt werden. Ein Beispiel: Für Wohnimmobilien in Paris werden derzeit durchschnittlich etwas über 10.000 Euro pro Quadratmeter berechnet – das ist erschreckend. Auf einem Tiefststand befinden sich unterdessen die Renditen für Gewerbeimmobilien in Bestlage: Büroflächen werden unter drei Prozent und Einzelhandelsobjekte unter zwei Prozent gehandelt. Dieser Trend ist neu und dürfte weiter anhalten.

Positiv ist jedoch, dass die Leerstandsquote bei Büroflächen in La Défense unter fünf Prozent und im zentralen Pariser Geschäftsbezirk (CBD) unter drei Prozent liegt.

Glauben Sie, dass ein Sturm aufzieht?
Alle Anzeichen deuten darauf hin, aber bis jetzt hat er uns noch nicht erreicht. Das liegt meiner Meinung nach daran, dass das Zinsniveau weltweit – auch in der Eurozone – niedrig ist und das noch mindestens zwei bis drei weitere Jahre so bleiben dürfte. So lange diese Niedrigzinspolitik anhält, sehen wir keine Gefahr.

Begehrt wie nie: die Leerstandsquoten bei Pariser Büroflächen erreichen einen Tiefststand


Französische Investoren richten den Blick zunehmend auf das Ausland. Können sie in Frankreich nicht mehr die gewohnten Renditen erzielen?
Das liegt nicht an den niedrigen Renditen – es fehlen vielmehr geeignete Investitionsobjekte. Es ist einfach zu viel Kapital im Umlauf. Je besser die Marktperformance – aus der Preisperspektive – desto weniger wird verkauft. Das Gesamtvolumen an Investitionen steigt, aber ihre tatsächliche Anzahl sinkt. Es gibt einfach weniger verfügbare Objekte und weniger Verkäufer. Deshalb schauen Frankreichs Anleger auf andere Märkte, insbesondere auf Deutschland.

„Im Moment erleben wir in Frankreich historische Höchst- und Tiefststände.“

Etienne Marcot, Head of PATRIZIA France

Was empfehlen Sie französischen Investoren?
Mit dem paneuropäischen PATRIZIA-Produkt ist ein indirektes Investment möglich – mindestens zwei unserer anstehenden Produkte bauen auf diesem Modell auf. Außerdem sollten französische Anleger intensiv nach geeigneten Möglichkeiten Ausschau halten. Für Investoren, die außerhalb Frankreichs investieren wollen, eignen sich am besten Fonds und Investmentstrategien, die sie nicht selbst am Markt umsetzen können.

Fotos: Shutterstock