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Immobilienmärkte 2018: Das sind die Top-Trends

Immer in Bewegung bleiben – das ist auch für 2018 die Prämisse. Wenn in Zeiten mangelnden Produktangebots keine Kompromisse bei der Qualität und Lage der Assets eingegangen werden sollen, stehen Investoren bei der Strategiefindung vor großen Herausforderungen. Dr. Marcus Cieleback, Group Head of Research, PATRIZIA Immobilien AG, gibt einen Überblick über die Top-Trends 2018 aus Sicht der Immobilienbranche.

1. Wirtschaftslage begünstigt Urbanisierung und Office-Segment

Die Weltwirtschaftslage bleibt positiv, das Wachstum setzt sich fort, auch wenn politische Unsicherheiten wie beispielweise der Brexit kurzfristig Einfluss nehmen können. Hinzu kommen niedrige Arbeitslosenquoten im Euro-Raum: Wie das statistische Amt der Europäischen Union Eurostat berichtet, lag sie im November 2017 bei 8,7%, der niedrigste Wert seit Januar 2009. Im Gesamt-EU-Raum waren es 7,3% und damit so tief wie seit Oktober 2008 nicht mehr. Unter den Top10 der niedrigsten Quoten sind u.a. Deutschland, die Niederlande, UK und Österreich, aber auch die Tschechische Republik und Polen zu finden.

Es ist daher davon auszugehen, dass der Bedarf an Büro-, Einzelhandels- und Logistikimmobilien stabil bleibt. Tendenziell fokussieren sich institutionelle Investoren auf die Stadtzentren, und rücken von Gewerbegebieten und städtischen Außenbezirken ab. Metropolregionen bieten dabei die Möglichkeit, sowohl durch Sanierung und Umgestaltung vorhandener Gebäude als durch neue Bauprojekte mit hoher Qualität und in bevorzugter Lage neue, attraktive Assets zu schaffen.

2. Neue Potenziale bei Wohnimmobilien

Das Wachstum der Weltbevölkerung setzt sich fort, laut aktuellen Prognosen mit etwa 1,1 Prozent jährlich. Da bleibt es nicht aus, dass Investitionsentscheidungen zunehmend von demografischen Faktoren beeinflusst werden: In den nächsten 13 Jahren wird ein Anstieg um mehr als eine Milliarde Menschen erwartet, vor allem im städtischen Bereich. Der Bedarf an Wohnimmobilien aller Nutzungsarten ist und bleibt ein Stabilitätsfaktor für die Branche. Die fortschreitende Urbanisierung stellt dabei eine Herausforderung dar, genauer gesagt, der allgegenwärtige Produktmangel: Die Bauprojekte in Metropolen kommen dem Bedarf nicht hinterher.

Neue Potenziale eröffnet übrigens der wachsende Bevölkerungsanteil der Senioren: Bereits 2017 war durchschnittlich jeder vierte Europäer über 60 Jahre alt. Seniorengerechtes Wohnen und Pflegeimmobilien werden daher als Wachstumssektor vor allem in Europa und den USA das „next big thing“.

3. Stagnierende Zinsentwicklung bleibt Preistreiber

Die europäische Zentralbank hat Ende Januar beschlossen, den Leitzins bei 0% und den Einlagezins für Banken bei -0,4% zu belassen. Der Ankauf von Staatsanleihen wird ebenfalls seit Januar auf 30 Milliarden Euro halbiert und läuft auf diesem Niveau zunächst bis September 2018 weiter. Auch aus den USA gibt es keine Anzeichen für eine neue Zinspolitik. Der neue Präsident der FED, Jerome Powell, gilt als Anhänger einer moderaten Zinspolitik und wird der Strategie seiner Vorgängerin Janet Yellen folgen. Für 2018 und 2019 heißt das laut Cieleback: „Das Niedrigzinsumfeld könnte der neue Normalzustand werden.“

Stagnierende Zinsentwicklung bleibt Preistreiber

Gerade in Europa sorgt das dafür, dass weiterhin Staatsanleihen kaum in Konkurrenz zu Immobilieninvestments treten und Investoren wie gehabt in den Immobiliensektor strömen. Damit steht und fällt das Investitionsvolumen mit dem Angebot der verfügbaren Produkte. Der Mangel an Assets treibt die Preise weiter nach oben.

„Das Niedrigzinsumfeld könnte der neue Normalzustand werden.“ 

Dr. Marcus Cieleback, Group Head of Research, PATRIZIA Immobilien AG

4. Wachstumssegment Value-Add legt weiter zu

In Europa und Asien dominieren die risikoärmeren Core- und Value-Add-Strategien. Dabei steht die Core-Investments-Klasse unter Druck: Es mangelt zunehmend an verfügbaren Assets quer durch die Nutzungsarten, die daraus resultierende Preissteigerung drückt außerdem auf die Renditen. Core-Investoren weichen daher zunehmend auf Value-Add aus, wobei sie die damit verbundenen höheren Risiken ungern in Kauf nehmen. Das schafft jedoch Chancen, so Cieleback: „Die Märkte verlangen nach Core-Produkten. Value-Add-Investoren vor allem in den USA und in Europa sollten die Gelegenheit nutzen, entsprechende Assets zu schaffen.“

„Für überschaubare Risiken und höhere Gewinne ist Logistik auch 2018 eine der besten Investitionsmöglichkeiten.“

Dr. Marcus Cieleback, Group Head of Research, PATRIZIA Immobilien AG

5. Suche nach Alternativen – Chance für Nischenmärkte

Aufgrund des Produktmangels wächst die Nachfrage nach länderübergreifender Expertise und Investitionsalternativen. Insbesondere in Europa suchen Investoren nach neuen Möglichkeiten. So bietet zum Beispiel Deutschland mit geringeren Zentralisierungstendenzen als etwa Frankreich oder Großbritannien die Option, von den großen Metropolregionen auf B-Städte auszuweichen. Ein weiteres Marktsegment ist seit längerem mit dem Lager- und Logistikbereich im Kommen, so Cieleback: „Für überschaubare Risiken und höhere Gewinne ist Logistik auch 2018 eine der besten Investitionsmöglichkeiten.“ 

 

Fotos: Shutterstock