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Berlins vergessener Stararchitekt

Das erst vor Kurzem von PATRIZIA verkaufte Berliner Geschäftshaus Grenander Haus gehört zu den eindrucksvollsten Bauten eines schwedischen Architekten, der die deutsche Hauptstadt über Jahrzehnte stilistisch geprägt hat. Sein Vermächtnis scheint jedoch langsam in Vergessenheit zu geraten.

Architekt im Untergrund

Dabei kennt jeder U-Bahn-Fahrer Berlins die architektonischen Meisterwerke von Alfred Frederik Elias Grenander. Und der berühmte Berliner Alexanderplatz ist nur eine von rund 70 U-Bahn-Stationen, die Berlins „U-Bahn-Architekt“ seinerzeit entworfen hat. Wer war dieser Alfred Grenander? Geboren 1863 im schwedischen Sköfde, studierte er ab 1885 an der Königlichen Technischen Hochschule in Charlottenburg, wo er sich auch für den Rest seines Lebens niederließ.

Durch Investitionen in die Gebäudesubstanz ist es uns gelungen, das Grenander Haus als Core-Objekt zu positionieren.

Daniel Dreyer

Zunächst baute Grenander überwiegend Villen und Landhäuser, bevor er sich mehr und mehr dem Bau von Industriegebäuden widmete. Nach der Jahrhundertwende und bis zu seinem Tod 1931 entwarf Grenander in Berlin nahezu alle stadtprägenden U-Bahn-Stationen für seinen damals größten Auftraggeber, die Berliner Verkehrsbetriebe.

Berlins U-Bahn-Architekt

Grenander prägte das Gesicht der Berliner U-Bahn-Welt wie kein anderer. Er ließ dabei kein Detail aus und gestaltete neben den Stahlsäulen der ersten Hochbahnlinie sogar einzelne Fahrkartenschalter. Dabei benutzte er besondere Fliesen, um unterschiedliche Farbvariationen zu erzeugen. Großen Wert legte er auf einzigartige Lichteffekte zur Aufhellung der unterirdischen Räumlichkeiten. Grenander bediente sich unterschiedlicher architektonischer Stilmittel – vom Jugendstil bis hin zum Neoklassizismus. Als bekanntestes neoklassizistisches Beispiel gilt die U-Bahn-Station am Wittenbergplatz. Später wandte er sich der modernen Architektur und der Neuen Sachlichkeit zu. Das nach ihm benannte Grenander Haus ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür.


Die neoklassizistische U-Bahnstation am Wittenbergplatz gilt als herausragendes Beispiel für die Arbeit von Alfred Grenander.

In der Vergangenheit wurden Grenanders Arbeiten mehrfach gewürdigt. So kuratierte beispielsweise das Deutsche Technikmuseum zwischen November 2006 und August 2007 eine Ausstellung zu seinen Ehren und im Jahr 2009 erhielt der Platz vor dem Eingang zum Berliner Bahnhof Krumme-Lanke seinen Namen. Anlässlich seines 150. Geburtstages wurde ihm zu Ehren eine Gedenksäule am Alexanderplatz errichtet.

Grenander Haus dient als Anlagevermögen

Das nach seinem gedanklichen Vater genannte Grenander Haus wurde zwischen 1928 bis 1930 als Verwaltungsgebäude der Berliner Verkehrsbetriebe errichtet. Das inzwischen denkmalgeschützte Gebäude liegt an der Rosa-Luxemburg-Straße 2/Ecke Dircksenstraße neben dem Alexanderplatz und damit direkt im Herzen Berlins. Es erstreckt sich über rund 8.400 Quadratmeter auf sieben Geschossen und zeichnet sich durch seine betont sachlich-moderne Architektur aus.

Nachdem PATRIZIA es erworben hatte, wurde das Geschäftshaus umfassend saniert. Dazu Daniel Dreyer, Head of Transactions Germany: „Es freut uns, dass wir die aktuell attraktive Marktsituation in Berlin nutzen konnten und einen signifikanten Mehrwert für unsere Kunden erzielt haben. Durch Investitionen in die Gebäudesubstanz ist es uns gelungen, das Grenander Haus als Core-Objekt zu positionieren.“

Berlin bietet derzeit aufgrund eines ausgeprägten Wohnraumdefizits attraktive Investitionschancen. Zudem wächst die Bevölkerung der Stadt nach neuesten Prognosen bis 2030 um weitere rund 400.000 Einwohner. Darüber hinaus punktet die deutsche Hauptstadt mit einem boomenden digitalen Technologiesektor, der eine Vielzahl an attraktiven neuen Arbeitsplätzen geschaffen hat und seit Jahren die kommunale Wirtschaft der Stadt wiederbelebt. So belegt eine Studie zum Thema „Investitionen in deutsche Immobilien“, dass die Leerstandsquote für Büros in Berlin seit 2017 zuletzt auf nur noch 2,7 Prozent gesunken ist.

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