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Fortschritt braucht KinderHäuser

Seit fast zwei Jahrzehnten ist es das erklärte Ziel der PATRIZIA KinderHaus-Stiftung, Kindern und Jugendlichen in aller Welt den Weg in eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Dazu schafft sie Orte, an denen diese jungen Menschen gesund werden, lernen oder einfach nur behütet aufwachsen können: die PATRIZIA KinderHäuser.

Bereits 14 solcher KinderHäuser gibt es inzwischen weltweit. Erklärtes Ziel eines jeden einzelnen Hauses ist es dabei, den Kindern einen Raum zu geben, in dem sie perspektivisch die Grundlage bekommen, dass ihr Leben trotz schlechter Vorzeichen möglichst gut gelingt. Die Shiladevi-Grundschule im nepalesischen Doksan ist eines davon.

Die Geschichte der Shiladevi-Grundschule ist eine bewegte. 2012 wurde das als Schule genutzte PATRIZIA KinderHaus eingeweiht und der Schulbetrieb aufgenommen. Als im April 2015 dann mehrere gewaltige Erdbeben die Himalaja-Region erschütterten, bei denen etwa 9.000 Menschen starben und rund 800.000 Gebäude, darunter allein mehr als 4.000 Schulen zerstört wurden, blieb die Shiladevi-Schule im Bergdorf Doksan wie durch ein Wunder völlig unbeschadet. Nach dem Beben wurde das KinderHaus zeitweise als Katastrophenunterkunft genutzt, bis es schließlich 2016 mit der Wiederaufnahme des Schulbetriebs wieder seiner eigentlichen Bestimmung zu­geführt wurde. Am allermeisten freuen sich darüber die rund 120 kleinen Schüler – Und deshalb macht es ihnen auch überhaupt nichts aus, für den Weg zu ihrer Gipfelschule einen Fußmarsch von oft mehr als einer Stunde auf sich zu nehmen. Dieser führt sie über steile Kletterpfade und – für uns Europäer waghalsige – nicht gesicherte Wege. Für die Kinder aus den umliegenden Dörfern rund um Doksan ist das aber überhaupt kein Problem – schnell, trittsicher und vor allem hoch motiviert legen sie ihren Weg zurück. Stets voller Vorfreude auf die Schule und stets beflissen, diese pünktlich zu erreichen

Solide & nachhaltig

Wenn sie die Shiladevi-Grundschule dann erreicht haben, erwartet sie ein liebevoll gepflegter Schulbau, der das verheerende Erdbeben tatsächlich nahezu ohne den kleinsten Kratzer überstanden hat. Unglaublich erscheint das vor allem, wenn man sich vor Augen hält, dass die seismografischen Aufzeichnungen des Jahrhundertbebens im April 2015 Werte erreichten, die ­außerhalb der Richterskala lagen und selbst in Grenzgebieten zwischen verschiedenen tektonischen Platten nur äußerst selten vorkommen. Doch es war nicht nur pures Glück, dass das KinderHaus all das so unbeschadet überstanden hat. Ein Grund dafür liegt sicher in der speziell auf die Gegebenheiten des Landes abgestimmten Bauweise: Das gesamte Haus wurde als ­Bambushaus in Ständerbauweise unter Verwendung reiner Naturmaterialien errichtet. Die Basis bildet dabei unbehandelter Bambus, aus dem die Haus- und Zwischenwände als Einzelelemente erstellt und im „Grundgerüst“ dann dicht verputzt werden. Dies garantiert materialseitig eine besondere Belastbarkeit und eine lange Lebensdauer.    

Tradition & moderne Bildung

Der Unterricht an der Shiladevi-Schule ist durch und durch künstlerisch geprägt. Entsprechend ist der Lehrplan der Klassen ausgelegt: Es wird gesungen, getanzt, musiziert oder gemalt. Selbst der Matheunterricht scheint irgendwie ein Musical zu sein. Direktor Man Bahadur Pakhrin, ein echter Vollblutpädagoge, bestätigt diese Beobachtungen. Er erklärt, welchen besonderen Stellenwert der künstlerische Ausdruck innerhalb der Schulausbildung einnimmt: Eingeklemmt zwischen den beiden Kulturriesen China und Indien hat sich das kleine Geburtsland des Buddha schon immer ganz bewusst seine uralten Traditionen, seinen Charakter, seine Gastfreundschaft und seine einzigartige Herzlichkeit bewahrt. All das wird in den Unterricht integriert. 

Aber selbstverständlich legt man an der Shiladevi-Schule nicht nur Wert auf Gesang und Tanz. So nimmt beispielsweise der Englischunterricht einen immer bedeutenderen Stellenwert ein – trotz des herrschenden Lehrermangels. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass man das den Schülern bieten könne, versichert der Schuldirektor. Denn: Die Lehrer der Schule verdienen umgerechnet nur etwa 180 Euro im Monat und nach dem Erdbeben hat die nepalesische Regierung weitaus größere Sorgen, als dieses Gehalt anzupassen oder grundsätzlich den Unterricht zu verbessern. Um das Niveau der Schule für Lehrer und Schüler auch weiterhin so attraktiv zu halten, hat die PATRIZIA KinderHaus-Stiftung selbst ein kleines Renovierungspaket für die Shiladevi-Schule geschnürt: In diesem Jahr haben alle Fenster der Schule verglaste Flügel bekommen, unter den Dachstuhl des Gebäudes wurde aus klimatischen und akustischen Gründen eine Decke gehängt und der raue Betonboden der gesamten Anlage bekam ein glattes und benutzerfreundliches „finishing“. Direktor Man Bahadur Pakhrin dazu: „Wir freuen uns, dass wir an der Shiladevi-Schule immer wieder auf kleinere und auch größere Fortschritte blicken können.“ 

Pläne für die Zukunft

Aber das ist nicht alles, was sich baulich 2017 in Kattike tut. Die Shiladevi-Schule wird im Laufe des Jahres um drei neue Klassenräume erweitert, um das Konzept einer sogenannten basic school anzubieten, die vorsieht, dass die Kinder nach der Grundschule auch weiterführend beschult werden können. Direktor Man Bahadur Pakhrin dazu: „Fortschritt braucht Bildung, Bildung braucht Fortschritt und deshalb brauchen unsere Kinder Schulen.“ Geplant sind eine kleine Mensa, eine Bibliothek sowie eine Erweiterung von Pausenhof und Sanitärräumen. Für Direktor Man Bahadur Pakhrin geht damit ein ganz großer Wunsch in Erfüllung: „Wenn die Schulerweiterung kommt, ist das eine einmalige Chance für unsere Kinder, über eine fundierte Bildung die Geschicke ihres eigenen Landes mitzuprägen“, sagt er – Und er ist stolz. Auf seine Schule, seine Schüler und die Tatsache, dass hier, an der Shiladevi-Grundschule, aus Bildung Fortschritt und aus Fortschritt Zukunft wird.


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