Wertentwicklung hängt eher von Bevölkerungsstruktur als vom -zuwachs ab
Für Investitionen in höherwertige Wohnungen ergeben sich vermehrt Chancen auch an Standorten mit stagnierender Bevölkerung. Dies ist das Ergebnis einer Studie der PATRIZIA Immobilien AG. Die Nachfrage nach höherwertigem Wohnraum sei danach nicht zwangsweise von einer steigenden Zahl der Bevölkerung abhängig. Lediglich 8,5 Prozent des Mietwachstums und knapp 20 Prozent bei den Kaufpreisen, so der Vergleich in 114 ausgewählten deutschen Städten, gingen darauf zurück. Eine größere Rolle spielten vielmehr Wünsche und Ansprüche der Mieter und Käufer damit letztlich die Bevölkerungsstruktur.
"Es ist zwar nicht von der Hand zu weisen, dass steigende Bevölkerungszahlen für höheren Bedarf sorgen, vor allem bei niedrigen Fertigstellungszahlen und somit geringem Angebot. Allerdings erfasst dieser Zusammenhang lediglich den quantitativen Bereich der Wohnungsnachfrage", so Dr. Marcus Cieleback, Leiter Research der PATRIZIA Immobilien AG. Darüber hinaus sollten Investoren ihr Augenmerk auch auf den qualitativen Bereich legen, dem gerade bei höherwertigen Wohnungen offenbar mehr Bedeutung zukomme als dem reinen Bedarf. "Während junge Familien mit entsprechendem Einkommen nach familienfreundlichem Wohnraum mit adäquater Infrastruktur wie Kindergarten oder Schule suchen, werden ältere Menschen eher Wohnungen bevorzugen, die barrierefrei sind, in der Nähe von medizinischen und therapeutischen Einrichtungen liegen und eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr haben", erläutert Cieleback. Zudem gebe es im höherwertigen Bereich gewisse Ansprüche an die Ausstattung einer Wohnung, denen ältere Wohnungen häufig nicht mehr gerecht würden. Allerdings erfordere die Auswahl eines solchen Standortes nach Ansicht des Experten eine sehr genaue Analyse auf Makro- und Mikroebene, um die Bedürfnisse der Nachfrager zu erkennen.
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